Chakra 6 – Ajna – bedeutet so viel wie „wahrnehmen", „befehlen" oder „jenseits der Weisheit".
Und Chakra 7 – Sahasrara – steht für Vertrauen und Hingabe an etwas Größeres.
Das kann im ersten Moment verwirren.
Etwas Größeres – was soll das sein? Etwa Gott?
Ja, vielleicht ist es für dich Gott.
Vielleicht ist es das Leben selbst.
Ein größerer Plan.
Eine Richtung, die sich zeigt – wenn wir aufhören zu kämpfen.
Aber fangen wir von vorne an.
Was Ajna bedeutet
Ajna sitzt zwischen den Augenbrauen – das sogenannte dritte Auge.
Also können wir damit wohlmöglich etwas sehen, das nicht im Außen liegt?
Ja, denn es steht für die Fähigkeit, etwas wahrzunehmen, das wir nicht mit unseren Sinnen erfassen können.
- Das Bauchgefühl.
- Die Intuition.
- Das leise Wissen, das da ist – bevor der Kopf anfängt zu erklären.
- Ein Gefühl.
- Eine Tendenz.
- Eine innere Stimme.
Das alles ist flüchtig – und es braucht Wachsamkeit, um es überhaupt zu empfangen.
Und wenn es gelingt – dann kommt der nächste Schritt: diesem Gefühl auch zu folgen. Ihm zu vertrauen.
Was Sahasrara bedeutet
Sahasrara – tausendblättrig.
Es sitzt am Scheitel – und steht für Verbindung.
Nicht im religiösen Sinne – sondern im Sinne von: Ich bin Teil von etwas, das größer ist als ich.
Tausendblättrig – vielleicht weil das, womit wir verbunden sind, mehr Aspekte hat, als wir je erfassen können.
Dem Leben vertrauen.
Dem Plan, den ich nicht immer sehe.
Der Richtung, die sich zeigt – wenn ich aufhöre zu kämpfen.
Und was hat das mit dem Leben zu tun?
Ajna aktiv halten – das bedeutet: wachsam sein für das, was wir fühlen.
Nicht nur für das, was wir denken.
Und Sahasrara – das bedeutet:
Loslassen. Vertrauen.
Sich dem hingeben, was uns trägt – auch wenn wir es nicht vollständig verstehen.
Das sind vielleicht die tiefsten und gleichzeitig alltagsnähsten Fragen:
- Höre ich auf meinen Bauch – oder rede ich mir ein, dass der Kopf es besser weiß?
- Und traue ich dem Leben – auch wenn es gerade nicht so läuft, wie ich es geplant hatte?
Und was hat das mit der Matte zu tun?
In dieser Woche bringen wir den Geist zur Ruhe.
Durch Haltungen, die das Nervensystem beruhigen.
Durch Umkehrhaltungen, die die Perspektive wechseln.
Durch Stille – in der das Fühlen beginnen kann.
Weniger denken.
Mehr wahrnehmen.
Mehr vertrauen.
Asanas
- Balasana – Kindshaltung
Wir ruhen auf dem Bereich von Ajna – und kommen so evtl. ganz natürlich in Kontakt mit unserer inneren Wahrnehmung. Der Geist wird leiser. Das Fühlen beginnt.
- Adho Mukha Svanasana – Herabschauender Hund
Der Kopf ist tief.
Der innere Blick kehrt sich um.
Weniger außen. Mehr innen.
- Prasarita Padottanasana – weite Vorwärtsbeuge
Der Kopf wieder gen Boden.
Die Gedanken fließen ab – der Bauch darf laut werden.
- Pincha Mayurasana – Unterarmstand
Die Welt steht auf dem Kopf.
Eine neue Perspektive. V
ertrauen – als Voraussetzung für Balance.
- Sarvangasana – Schulterstand
Der Kopf ist unten.
Sahasrara aktiviert. Hingabe. Verbindung. Stille.
- Viparita Karani – Beine an der Wand
Der Körper kehrt sich um – sanft, gehalten, ruhig.
Der Geist kommt zur Ruhe.
Das Fühlen darf beginnen.
Sukhasana mit Meditation
Einfacher Sitz.
Geschlossene Augen.
Nach innen lauschen.
Was sagt der Bauch?
Was sagt die Intuition?
- Savasana
Das vollständige Loslassen.
Hingabe an das, was größer ist.
Nichts mehr tun. Einfach vertrauen.
Ätherische Öle
- Frankincense / Weihrauch
Weihrauch verbindet uns mit unserer inneren Stimme – unserer Wahrheit, unserer Intuition.
Es ermuntert uns, genau dorthin zu hören – und lässt die Gedanken ruhiger werden.
- Lavender / Lavendel
Lavendel entspannt und beruhigt.
Es möchte, dass wir die Kontrolle abgeben – und stattdessen lauschen. Und vertrauen.
Mein persönliches Resümee
Ich übe noch.
Das Vertrauen in mein Bauchgefühl.
Die Bereitschaft, dem zu folgen, was ich fühle – auch wenn ich es nicht erklären kann.
Denn ich denke viel. Vielleicht zu viel.
Ich möchte alles verstehen.
Alles erklären können.
Aber hier klappt das nicht mehr.
Ich habe eine Freundin, von der ich in dieser Hinsicht sehr viel lernen kann.
Wir arbeiten zusammen – und manchmal sagt sie einfach: Nein, mein Bauch sagt mir etwas anderes.
Und meistens hat sie recht.
Diese Kombination – aus Fakten und Gefühl – ist vermutlich der beste Ratgeber.
Und wenn Zweifel kommen – ist der Bauch wahrscheinlich der klügere.
Und Sahasrara erinnert mich: Ich muss nicht alles verstehen.
Das Leben hat einen Plan.
Größer als meiner.
Und ich darf ihm vertrauen – auch wenn es holprig ist.
Besonders dann.
Manchmal gelingt es mir.
Manchmal nicht.
Aber je öfter ich innehalte – je stiller ich werde – desto klarer wird die Stimme.
Sie war die ganze Zeit da – nur manchmal so leise, dass ich sie einfach nicht höre.
Sprich lauter!
Zusammenfassung der Chakren-Reise
Wir haben gemeinsam alle sieben Chakren erkundet.
Muladhara – die stabile Basis. Das Fundament, auf dem alles aufgebaut wird.
Die Erde trägt uns. Immer.
Svadhisthana – der Fluss des Lebens.
Genuss, Kreativität, die Erlaubnis zu empfangen.
Manipura – das strahlende Juwel.
Die innere Festung. Die Kraft, die in uns steckt.
Anahata – der nicht geschlagene Klang.
Das Herz, das schlägt – und uns durch Verbindung zum Strahlen bringt.
Vishuddha – die Reinheit.
Die eigene Stimme finden – so sprechen, dass der andere es hören kann – und wir gehört werden. Und anderen zuhören.
Ajna – jenseits der Weisheit.
Dem Bauchgefühl vertrauen. Der Intuition folgen.
Sahasrara – tausendblättrig.
Dem Leben vertrauen. Dem größeren Plan hingeben.
Eine Reise, die nie wirklich endet. Sondern immer wieder neu beginnt.
Reflexionsfragen
- Wann habe ich zuletzt auf meinen Bauch gehört – und was ist passiert?
- Gibt es eine Situation, in der mein Kopf etwas anderes sagt als mein Gefühl – und welchem vertraue ich?
- Was bedeutet „etwas Größeres" für mich – und vertraue ich dem?
- Welches der sieben Chakren beschäftigt mich gerade am meisten – und warum?
- Was nehme ich aus dieser Reise mit?
- Und – was sagt mein Bauch gerade?

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