Runterschlucken oder raus damit? Chakra 5 – Vishuddha

Da haben wir ihn wieder.


Diesen Kloß im Hals.

 

Ist er es, der uns ermuntert, etwas Reines sagen zu müssen – weil der Druck so groß ist?

 

Oder möchte er uns verschließen – damit wir es nicht aussprechen?

 

Ich glaube – es kann mal so, mal so sein.

 

Aber wie geht es dir damit?

 

Fällt es dir leicht, klar und deutlich zu sagen, was deine Wahrheit ist?


Was dir am Herzen liegt?

 

Kannst du dich mit Worten zeigen – oder hältst du lieber zurück?

 

Und wann ist was richtig?

 

Ja, wenn wir das immer wüssten.

 

 

Was Vishuddha bedeutet

 

Vishuddha – „der Reine" oder „die Reinheit".

 

Es sitzt in der Kehle – und steht für alles, was mit Ausdruck, Stimme und Kommunikation zu tun hat.

 

Aber auch für das Schweigen.


Das Unausgesprochene.

 

Vishuddha wird dem Element Äther zugeschrieben – auf Sanskrit Akasha.

 

Nicht Erde, Wasser, Feuer oder Luft.


Sondern der Raum selbst.


Das Unendliche.


Das, was allem anderen Platz gibt.

 

Denn erst wenn Raum da ist – können Worte entstehen.


Kann die Stimme fließen.


Kann das Unausgesprochene endlich gehört werden.

 

Wenn Vishuddha im Gleichgewicht ist, sprechen wir klar.


Ehrlich. Mutig.


Und hören genauso gut zu, wie wir sprechen.

 

Wenn nicht – steckt es fest.

 

Im Hals.


Im Körper.


Im Leben.

 

 

Und was hat das mit dem Leben zu tun?

 

Manchmal lohnt es sich innezuhalten – bevor wir sprechen. 

 

Drauf los zu plaudern.

 

Was ist wirklich wichtig zu sagen?


Was bewegt mich wirklich – und wie sage ich es so, dass es ankommen kann?

 

Und dann die andere Seite:


Was muss gar nicht gesagt werden?

 

Nicht alles, was uns beschäftigt, muss ausgesprochen werden.


Manchmal ist etwas nur verletzend – ohne dass es etwas klärt.


Ohne dass es etwas weiterbringt.

 

Vishuddha fragt uns:


Spreche ich aus Klarheit – oder aus Druck?

 

 

Wie wir sprechen – ist genauso wichtig wie was wir sagen

 

Es gibt einen Unterschied zwischen – etwas sagen.


Und etwas so sagen, dass der andere es hören kann.

 

Vielleicht ist das ein Aspekt, der es wert ist, bedacht zu werden:

 

  • Wie formuliere ich etwas so, dass ich klar mache – das ist meine Wahrnehmung.
  • Das bewegt mich.
  • Das ist wichtig für mich.
  • Ohne meine Worte zum Maß aller Dinge zu machen.
  • Ohne dem anderen den Raum zu nehmen, sich selbst zu äußern.

Denn wer so spricht – macht Platz. 


Für sich selbst.


Und für den anderen.

 

Vishuddha lädt uns ein, unsere Worte so zu wählen, dass sie Brücken bauen – nicht Mauern.

 

Dass wir sprechen – ohne den anderen zu verkleinern. 


Ohne unsere Wahrheit zur einzigen Wahrheit zu machen. 

 

Denn auch der andere hat eine Stimme. 


Auch der andere hat eine Wahrheit.

 

Und vielleicht – beginnt echte Verbindung genau dort.


Wo zwei Wahrheiten nebeneinander Platz haben.

 

 

Und was hat das mit der Matte zu tun?

Auf der Matte arbeiten wir ganz konkret mit Vishuddha – durch Haltungen, die den Hals öffnen. 

 

Und durch den Atem – der durch die Kehle fließt. 

 

Oder eben stockt, wenn wir ihn anhalten.

 

 

Asanas

 

  • Simhasana – Löwenpose

Zunge raus.


Blick nach oben.


Atem raus – laut, befreiend, vollständig.

 

Für alles, was festsitzt.


Für alles, was endlich raus darf.

 

 

  • Halasana – Pflug

Sanft. Rund.


Der Hals dehnt sich – der Körper rollt sich ein. 

 

 

  • Matsyasana – Fisch

Der Gegenpol zum Pflug.

 

Die Kehle öffnet sich weit – nach oben, zur Welt.

 

Das Herz und die Stimme – in einer Haltung verbunden.

 

 

Ätherische Öle

 

  • Spearmint / Grüne Minze

Spearmint bringt Klarheit – dorthin, wo wir uns im Kreis drehen.

 

Es ermutigt uns, das auszusprechen was wirklich da ist. 


Klar. Deutlich. Ohne Umwege.

 

Und gleichzeitig – sanft.

 

Denn die eigene Stimme zu finden braucht keinen Druck.


Nur Raum.

 

 

  • Mein persönliches Resümee

Ich stelle mir mein Inneres manchmal vor wie lauter Zahnräder – verbunden mit Riemen.

 

Wenn eines stockt – stocken alle.

 

Und ich merke:


Wenn ich etwas nicht ausspreche – wenn ich zurückhalte, statt zu sprechen – dann spüre ich es irgendwo anders.

 

Dann wirkt sich das auf alles aus.

 

Aber genauso auch anders herum.

 

Wenn ich etwas so sage, dass des men Gegenüber verletzt und nicht aus der Klarheit und Reinheit kommt, dann richtet es ebenfalls schaden an und mein " Zahnradsystem" kommt ins stocken.

 

In der innern Kommunikation ebenso.

Die Verbindung  zu mir selbst und zu meinem Umfeld ist gestört.

Es "dreht" sich nicht alles.

 

Vishuddha erinnert mich:


Meine Stimme ist kein Lärm.


Sie ist Ausdruck davon, wer ich bin.

 

Und wenn ich sie unterdrücke – unterdrücke ich mich.

 

Das heißt nicht, dass ich immer alles sagen muss.

 

Aber es heißt:


Ich darf wissen, was ich wirklich denke.


Ich darf es zumindest mit mir selbst sprechen.

 

Und manchmal – soll es auch raus.

 

Rein. Klar. Ehrlich.

 

 

Reflexionsfragen

 

  • Was halte ich gerade zurück – und was kostet mich das?
  • Gibt es etwas, das ich schon lange aussprechen möchte – aber nicht wage?
  • Wann habe ich zuletzt wirklich gesagt, was mir am Herzen liegt?
  • Welches "Zahnrad" in meinem Leben dreht sich gerade nicht – und was hängt daran?
  • Höre ich wirklich zu – oder warte ich nur auf meine Antwort?
  • Was will meine Stimme gerade sagen?

 

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