Ich möchte offen sein.
Für Menschen, für Begegnungen, für das Leben.
Und gleichzeitig merke ich – diese Offenheit macht mich manchmal verletzlich.
Denn wer wirklich offen ist, lässt auch vieles rein.
Nicht nur das Schöne.
Auch das, was wehtut.
Und in genau diesen Momenten – wenn ich helfen möchte, zur Seite stehen möchte – merke ich:
Ich muss mir meiner eigenen Kraft bewusst sein.
Was Manipura bedeutet
Manipura – Mani bedeutet Juwel, Edelstein, Diamant. Pura bedeutet Stadt, Ort.
Die Stadt der Juwelen.
Das strahlende Juwel.
Das dritte Chakra – es sitzt im Solarplexus, zwischen Bauchnabel und Brustbein.
Es steht für: Willenskraft. Selbstvertrauen. Ich-Stärke.
Das innere Feuer, das uns antreibt – das uns aufrichtet, wenn alles wackelt.
Wenn Manipura im Gleichgewicht ist, kennen wir unsere Kraft.
Wir stehen zu uns.
Wir vertrauen uns.
Wenn nicht – zweifeln wir.
Lassen uns zu sehr von außen bestimmen.
Verlieren die Verbindung zu uns selbst.
Die Festung und der Diamant
Viktor Frankl beschreibt es so:
In jedem von uns gibt es eine Festung.
Worte und Angriffe von außen klopfen an die Tür dieser Festung.
Sie können laut klopfen.
Aber sie kommen nur hinein – wenn wir aufmachen.
Der Schmerz darf rein – fühlen ist menschlich und wichtig.
Die Bewertung bleibt draußen – was jemand über mich sagt, ist nicht automatisch wahr.
Die Festung ist kein Schutzwall gegen Gefühle.
Sie ist die Gewissheit – wer ich bin.
Unabhängig davon, was andere darüber denken.
Und Manipura – das strahlende Juwel – ist genau das.
Der Diamant entsteht unter Druck.
Er bricht nicht.
Er leuchtet.
So wie unsere innere Stärke – die nicht trotz der schwierigen Momente da ist, sondern oft gerade wegen ihnen.
Und was hat das mit dem Leben zu tun?
Offenheit und Stärke – das klingt wie ein Widerspruch.
Ist es aber nicht.
Denn erst wenn ich weiß, wer ich bin – erst wenn ich meiner inneren Festung vertraue – kann ich wirklich offen sein.
Ohne mich zu verlieren.
Ohne mich aufzugeben.
Ich kann geben – weil ich weiß, was ich habe.
Ich kann helfen – weil ich weiß, wer ich bin.
Ich kann offen sein – weil ich mir meiner Kraft bewusst bin.
Das ist Manipura.
Nicht Verschlossenheit.
Sondern das Bewusstsein für deine eigene Stärke.
Und was hat das mit der Matte zu tun?
Auf der Matte aktivieren wir Manipura – durch Twists, die die Mitte erwecken.
Durch Haltungen, die Kraft fordern.
Durch das bewusste Spüren – ich bin stark.
Ich halte.
Ich stehe zu mir.
Asanas
- Parivrtta Trikonasana – gedrehtes Dreieck
Die Drehung kommt aus der Mitte. Nicht aus den Schultern. Nicht aus dem Kopf.
Aus dem Feuer im Bauch.
- Ardha Matsyendrasana – Drehsitz
Die Mitte dreht sich – und bleibt dabei stabil.
Wie im Leben: Ich kann mich bewegen, ohne mich zu verlieren.
- Navasana – Boot
Die Mitte brennt.
Die Kraft kommt von innen.
Kein Ausweichen.
Kein Aufgeben.
„Ich halte. Ich bin stark."
- Vasisthasana – Seitstütz
Die Mitte hält alles zusammen.
Wenn sie stark ist – steht alles.
Ätherische Öle
- Black Pepper / Schwarzer Pfeffer
Schwarzer Pfeffer bringt ans Licht, was in uns schlummert.
Die Kraft, die schon immer da war – aber vielleicht noch nicht gesehen wurde.
Stärke muss nicht laut sein. Sie ist einfach da. Tief in uns. Unerschütterlich.
- Lemongrass / Zitronengras
Zitronengras klärt.
Es räumt weg, was uns klein macht – alte Gedanken, fremde Meinungen, das ewige Zweifeln an uns selbst.
Und lässt das zurück, was wirklich zählt: unsere eigene, klare Mitte.
- Fennel / Fenchel
Fenchel stärkt das Vertrauen – in uns selbst.
Für alle, die sich manchmal zu sehr von außen beeinflussen lassen.
Er erinnert uns: Ich kenne mich. Ich vertraue mir. Ich stehe zu mir.
Mein persönliches Resümee
Ich baue noch an meiner Festung.
Zu spüren, wann ich sie brauche.
Wann ich aufmachen darf – und wann nicht.
Das ist ein Prozess.
Manchmal klopft etwas an – und ich mache auf, bevor ich nachgedacht - nachgefühlt habe.
Und dann spüre ich, dass der "Eindringling" der mich klein machen will, sehr stark ist und mich fast besiegt.
Aber je öfter ich innehalte – je mehr ich meiner Mitte vertraue – desto klarer wird es.
- Was mich stärkt.
- Was mich schwächt.
- Was reingehört – und was draußen bleiben darf.
Denn tief in mir – leuchtet das Juwel.
Es war immer da.
Es leuchtet – auch unter Druck.
Besonders dann.
Reflexionsfragen
- Wo verliere ich meine Mitte – und was löst das aus?
- Wessen Worte lasse ich zu sehr rein – und warum?
- Was gibt mir das Gefühl, wirklich bei mir zu sein?
- Wo darf ich mir mehr vertrauen – in meiner Kraft, meiner Entscheidung, meinem Weg?
- Was wäre, wenn ich heute einen Moment innehalte – und spüre: Ich bin stark. Ich bin genug.
- Und – wie leuchtet mein inneres Juwel gerade?

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