Genuss ist keine Sünde. Oder doch? Svadhistana Chakra

Wann hast du zuletzt etwas wirklich genossen?

 

Nicht funktioniert.

 

Nicht erledigt.

 

Nicht geleistet.

 

Sondern einfach – genossen.

 

Ich frage mich das manchmal selbst.

 

In der Natur gelingt es mir gut.

 

Die Schönheit eines Moments – das Licht, die Stille, die Weite.

 

Mit Menschen, die ich mag – das Miteinander, das Lachen, die Verbindung.

 

Da bin ich mir bewusst, wie schön das ist.

 

Wie sehr ich das genieße.

 

Aber wenn es um Dinge geht, die ich mir leiste – eine Köstlichkeit, die ich liebe, aber von der ich weiß, dass sie nicht so gut für meinen Körper ist –

dann wird es schwieriger.

 

Eigentlich weiß ich: Ich habe es verdient. Ich darf genießen.

 

Aber alte Muster und der innere Kritiker schimpfen dann gern mit mir.

 

Kennst du das?

 

Was Svadhisthana bedeutet

 

Svadhisthana – Sva bedeutet selbst, eigen. Adhisthana bedeutet Wohnort, Sitz, Grundlage.

 

Der eigene Wohnort.

 

Der Platz, an dem wir wirklich zuhause sind – in uns selbst.

 

Das zweite Chakra.

 

Es sitzt im Becken – und steht für alles, was fließt und sich bewegt.

 

Emotionen. Kreativität. Genuss. Sinnlichkeit.

 

Die Fähigkeit – das Leben wirklich zu empfangen.

 

Wenn Svadhisthana im Gleichgewicht ist, fühlen wir uns lebendig.

 

Kreativ.

 

Offen.

 

Im Fluss.

 

Wenn nicht – blockieren wir. Halten fest. Kontrollieren. Genießen nicht.

 

 

Sich dem Fluss des Lebens hingeben

 

Ich lerne zunehmend – mit dem Leben zu fließen.

 

Mir Zeit zu nehmen. Dinge geschehen zu lassen.

 

Planungen zu ändern, wenn sich etwas Neues, Besseres zeigt.

 

Das ist schön.

 

Und entspannend zugleich.

 

Nicht mehr krampfhaft festhalten und kontrollieren wollen - herrlich. 

 

Zugegeben man braucht Vertrauen, Vertrauen in den Fluss des Lebens.

 

Denn der Fluss des Lebens – er trägt uns.

 

Wenn wir aufhören zu kämpfen. 

 

Wenn wir uns einfach – hineinlegen.

 

 

Und was hat das mit der Matte zu tun?

 

Auf der Matte üben wir genau das.

 

Fließende Bewegungen – eine Haltung geht in die nächste über.

 

Der Atem trägt.

 

Der Körper öffnet sich.

 

Besonders die Hüften – das Zuhause von Svadhisthana – brauchen Raum und Geduld.

 

Dort halten wir vieles fest.

 

Dort darf vieles fließen.

 

 

Asanas

  • Baddha Konasana – Schmetterling

Die Hüften öffnen sich sanft. Kein Erzwingen. Kein Drängen.

Der Körper gibt nach – wenn wir aufhören zu kämpfen.

 

  • Malasana – tiefe Hocke

Tief in die Erde sinken. Der Beckenboden öffnet sich. Alles darf loslassen.

 

  • Anjaneyasana – tiefer Ausfallschritt

 

Die Hüftbeuger öffnen sich – dort wo wir Altes festhalten.

Loslassen. Fließen.

 

 

  • Goddess Pose – Göttin

Weit. Kraftvoll. Lebendig.

Die Hüften offen – die Energie fließt.

 

  • Shavasana

Das vollständige Loslassen. Dem Fluss des Lebens vertrauen – auch hier. Auch jetzt.

 

 

Ätherische Öle

 

  • Cypress / Zypresse

Zypresse steht für den Fluss des Lebens. Sie erinnert uns: Das Leben fließt – auch wenn wir loslassen. Besonders dann.

 

  • Clary Sage / Muskatellersalbei

Öffnet Raum für Kreativität und Intuition. Hilft loszulassen – alte Muster, festgefahrene Gedanken, die Stimme die sagt: Das steht dir nicht zu.

 

  • Bergamot / Bergamotte

Löst den inneren Kritiker – sanft aber bestimmt.

Du darfst genießen. Einfach so. Weil du es verdient hast.

 

 

Mein persönliches Resümee

 

Ich übe noch.

 

Und immer wenn ich merke – es wird schwieriger mit dem Genießen – dann versuche ich es fließen zu lassen.

 

Mir die Erlaubnis zu geben.

 

Einfach so.

 

Und vielleicht noch wichtiger:

 

Wenn sich Dinge zeigen, Veränderungen, Menschen, die mich aus gewohnten Pfaden holen wollen – dann lasse ich es zu.

 

Ich höre auf festzuhalten – an Altem, an Gewohntem.

 

Und ich achte auf die Zeichen.

 

Die Begegnungen.

 

Die Ereignisse, die mich irgendwohin treiben lassen.

 

Wie lebendig sich das anfühlt.

 

Jeder Moment darf genau so sein – weich, fließend, voller Genuss.

 

Und manchmal – voller Überraschungen.

 

 

Reflexionsfragen

  • Wann habe ich zuletzt wirklich genossen – ohne schlechtes Gewissen?
  • Wo blockiere ich den Fluss – in meinem Körper, in meinem Leben?
  • Was würde ich tun, wenn der innere Kritiker heute schweigt?
  • Welche kleinen Freuden gönne ich mir zu selten – und warum?
  • Was wäre, wenn Genuss keine Schwäche ist – sondern eine Stärke?
  • Und – wie würde es sich anfühlen, dem Leben einfach zu vertrauen?

 

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