So, jetzt wird es brenzlig – denn das 4. Yama ist nicht ganz „ohne“.
BRAHMACHARYA
Schauen wir uns erstmal das Wort an:
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Brahma → das Höchste, das Göttliche, die universelle Energie
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Charya → Lebensweise, Verhalten, Praxis, Führung
Brahmacharya bedeutet also wörtlich: unsere Lebensweise so gestalten, dass wir unsere Energie auf das Höchste richten.
Historisch wurde Brahmacharya oft als Keuschheit oder Enthaltsamkeit verstanden, besonders im Umgang mit Sexualität.
Hups, da kann man schon mal ins Stolpern kommen.
Aus meiner Sicht kann etwas, was mich verbindet, Nähe schafft und auf ein gutes Miteinander zielt, meine Lebensenergie nicht in die falsche Richtung
lenken. Vielleicht sogar im Gegenteil!
Ok, vielleicht gibt es auch auf dem Feld der Sexualität einen übermäßigen Konsum künstlicher Darstellungen und nicht des direkten, warmen Austauschs.
Natürlich hat alles immer zwei Seiten – doch schauen wir einmal in andere Bereiche unseres Lebens, wo wir unsere Energie wohlmöglich in die falsche Richtung lenken.
Wo ist überhaupt meine Richtung?
Wir sollen, so verstehe ich es, unsere Lebensweise so gestalten, dass wir unsere Energie auf das Höchste richten.
Puh – was ist überhaupt das Höchste? 🤔
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Zufriedenheit?
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Freiheit?
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Glück?
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Sicherheit?
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Oder vielleicht ein spirituelles Ziel, das mich leitet?
Frage an dich:
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Wohin möchtest du deine Energie überhaupt lenken?
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Was ist wirklich wichtig für dich?
Wenn wir das geklärt haben, schlägt Patanjali vor:
gehe weise mit deiner Lebensenergie um und verschwende sie nicht – so meine persönliche Auslegung.
Vielleicht dürfen wir das heute so sehen:
jede Form von Maßlosigkeit bremst unsere Energie, egal ob im Essen, Trinken, Konsum oder anderen Bedürfnissen.
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Maß halten in Begierden und Bedürfnissen – alles, was unsere Energie verzehrt, darf bewusst gemindert werden.
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Bewusste Nutzung der Lebensenergie – Energie auf das lenken, was uns wirklich stärkt, nährt und erfüllt.
Was zieht mich runter, hält mich ab, zerrt an mir, macht mich unglücklich oder trennt mich von mir selbst? Da dürfen wir hinschauen und forschen und natürlich genauso beim Gegenteil.
Auf der Matte wie im Alltag kann Brahmacharya geübt und erfahren werden:
- bewusstes Atmen,
- achtsames Üben von Asanas,
- innehalten, spüren, wo Energie fließt oder blockiert ist.
So verbinden wir Körper, Geist und Lebensenergie – und finden unser Maß, das uns nährt, ohne uns auszurauben.
Also: Wohin möchte ich meine Energie lenken?
Und hier kommt unsere Matte ins Spiel, das ist sicherlich einfacher zu definieren, als das Höchste generell im Leben.
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Nicht die ständige Jagd nach „noch besseren, beeindruckenderen Asanas“, sondern
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Wo tanke ich auf?
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Was lässt meinen Körper sich gut anfühlen?
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Womit nähre ich meine Seele, statt mein Ego?
Fragen für die Matte:
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Welche Asanas lassen mich tief atmen und Energie spüren?
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Welche Positionen geben mir Ruhe und Klarheit?
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Welche Bewegungen verbinden mich mit mir selbst, statt mich zu überfordern?
Brahmacharya ist aus meiner Sicht also kein Verbot.
Es ist ein Einladen zur Präsenz, zur Klarheit, zu einem bewussten Umgang mit unserer Energie – auf der Matte und im Alltag.
ASANAS
Wir werden zur Basis zurückkehren, um genau zu beobachten, was unsere Energie fließen lässt, wo sie stockt und wie wir insgesamt eher ins Fließen als ins
Festhalten kommen.
Der Sonnengruß wird die Basis der Klassen in dieser Woche sein. Außerdem die wechselseitige Nasenatmung Nadi Shodhana, die unseren Energiefluss ebenfalls in Balance bringen möchte.
ÄTHERISCHE ÖLE
Bergamot Mint möchte unsere Energie ausgleichen – uns einerseits aufmerksam machen, wohin sie fließen darf, andererseits beruhigen, wenn wir merken, dass etwas zu groß oder zu viel wird.
PERSÖNLICHES RESÜMEE
Ich glaube: Alles, was verbindet, eins werden lässt und stärkt, kann kein Energieräuber sein.
Gleichzeitig bemerke ich deutlich:
- Übermäßiger Konsum von schlechten Lebensmitteln oder Getränken tut mir nicht gut
- Social-Media-Berieselung bringt mich meinem Ziel keinesfalls näher
- Auch materieller Überfluss nährt mich nicht wirklich
Meine persönliche Auslegung:
Patanjali beschreibt Brahmacharya als Yama, eine ethische Lebensregel – wie wir sie individuell leben, bleibt jedem selbst überlassen.
Weniger Unnötiges im Sinne von Energieverlust und mehr Nährendes, das mir Energie schenkt, damit ich für mich und unsere Welt einen guten Beitrag leisten kann.
MAKE LOVE - NOT WAR – ist das nicht aktueller denn je?

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