Wir wandeln weiter auf dem achtgliedrigen Pfad des Yoga.
Am dritten Begriff der Yamas angekommen, begegnen wir Asteya – oft übersetzt mit „Nicht-Stehlen“ oder
„Nicht-Anhaften“.
Aber Asteya bedeutet weit mehr als nur das:
Es geht darum, zu erkennen, wo wir festhalten, was uns nicht gehört, und wie wir offen und großzügig
sein können.
Vor drei Jahren habe ich dafür schon das Beispiel der Panzerknacker und Dagobert Duck gebracht – und es gefällt mir nach wie vor:
Die Panzerknacker versuchen ein wenig verpeilt, Dagobert die Golddublonen zu stehlen.
Doch Dagobert badet am liebsten darin und gibt keinen Kreuzer her.
Dann gibt es noch den Donald, der wenig Geld für viel Arbeit bekommt und wann immer er es ausgeben möchte, böse Blicke von Dagobert einfängt.
Wo siehst du dich?
-
Möchtest du gern etwas „stibitzen“, weil du glaubst, es genauso verdient zu haben?
-
Fällt es dir schwer verdientes freudvoll auszugeben?
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Oder badest du im Reichtum und behältst alles für dich?
Wenn eine Person einer anderen etwas vorenthält, kann man das genauso als Diebstahl betrachten wie das Wegnehmen materieller Dinge – oder das bloße Wünschen dessen, was jemand anderes hat?
Es müssen nicht nur materielle Dinge sein.
Manchmal stehlen wir Wissen und tun so, als sei es unseres – oder wir sind neidisch auf den Erfolg anderer.
Dann wieder behalten wir Erkenntnisse für uns, statt sie weiterzugeben.
Im yogischen Sinne sollten wir alles miteinander teilen.
Denn im Zusammenhalt, in gegenseitiger Unterstützung und Wertschätzung sind wir eins – und nicht im Nehmen oder Habenwollen.
Heute habe ich eine interessante Ansprache einer grönländischen Politikerin gehört:
Es ginge weniger darum, mehr zu besitzen, sondern darum, etwas für alle zu öffnen.
Zum Beispiel Landbesitz: Man kann es pachten und darauf bauen, aber das Land gehört allen.
Sie wären nicht interessiert daran, 100000 Euro pro Person zu bekommen und hätten nicht die Gier nach Besitz und Reichtum, sondern zählen auf eine frei Gesundheitsversorgung und auf ein gute und kostenlose Bildung aller.
Es ginge nicht darum etwas anzuhäufen.
Wie gut ist das?
Und - ist das nicht auch übertragbar auf alles, was uns umgibt?
Vielleicht könnte teilen doch mehr Sinn machen als gegenseitiges Wegnehmen.
Was meinst du?
Asteya lädt uns ein, hinzuschauen, wo wir festhalten und wo wir uns öffnen können – nicht nur materiell, sondern auch bei Wissen, Erfahrungen und Ideen.
Denn im Yoga heißt teilen nicht, zu verlieren – sondern Verbindung schaffen.
ASANAS
ÄTHERISCHE ÖLE
- Wild Orange – das Öl der Fülle und der Möglichkeiten
Wild Orange erinnert uns daran, dass Fülle nicht erst entsteht, wenn wir mehr besitzen, sondern wenn wir beginnen zu sehen, was bereits da ist.
Es öffnet den Blick für Möglichkeiten, statt uns auf Mangel zu fixieren.
Dieses Öl lädt uns ein, Freude zu teilen, großzügig zu sein und Vertrauen in das Leben zu entwickeln.
Wenn wir uns reich fühlen an Erfahrungen, Begegnungen und innerer Kraft, verliert das „Haben-Wollen“ seinen Druck.
Spikenard (Narde)
Spikenard führt uns tief nach innen und erinnert uns daran, das Leben zu ehren und zu schätzen.
Es unterstützt dabei, Gier, Besitzansprüche und egozentrische Muster loszulassen.
Dieses Öl wirkt erdend, demütig und verbindend – es zeigt uns, dass wahre Fülle nicht im Festhalten liegt, sondern im respektvollen Umgang mit allem, was
uns anvertraut ist.
Spikenard lädt ein, Dankbarkeit zu kultivieren und sich als Teil eines größeren Ganzen zu erleben.
MEIN PERSÖNLICHES RESÜMEE
Wenn ich genau hinschaue, stehle ich tatsächlich öfter, als mir lieb ist.
Ich konsumiere zu viel, besitze mehr als ich brauche und häufe Dinge an, die nicht wirklich notwendig sind.
Ich möchte darin aufmerksamer werden – hinschauen, ohne dabei in Geiz zu verfallen. Mehr teilen.
Wissen „stehle“ ich am laufenden Band.
Es wird mir auf so vielen Ebenen zur Verfügung gestellt:
Ich lese, nutze moderne Technik und brauche keine zwei Minuten, um herauszufinden, wie ich meinen Staubsauger repariere.
Die Frage ist also weniger, ob ich dieses Wissen nutzen darf, denn ich denke wenn es öffentlich geteilt wird ist das in Ordnung – sondern wie ich damit umgehe.
Ich trage ich die Verantwortung zu prüfen, was ich teile, woher mein Wissen stammt und wie ich es weitergebe.
Mir ist wichtig, klar zu benennen, dass ich hauptsächlich aus einer wunderbaren Quelle schöpfe:
dem Yoga Sutra – einer reichen, zeitlosen Lehre, die unendlich viele lebensnahe Impulse schenkt und an der sich jeder großzügig bedienen darf.
Und so teile ich weiter meine Gedanken und das Wissen, das ich aus dieser Lehre gewonnen habe –
nicht als eitle Besitzerin dieser Gedanken, sondern als Einladung an dich, dich zu bedienen oder es auch zu verschmähen, wenn es nicht "your cup of tea" ist.
REFLEXIONSFRAGEN FÜR DICH
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Wo in meinem Leben erlebe ich Mangel – und ist er real oder eher ein inneres Gefühl?
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Was halte ich fest, obwohl es mir guttun würde, es zu teilen oder loszulassen?
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In welchen Bereichen fühle ich mich reich – an Zeit, Wissen, Erfahrungen, Begegnungen?
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Wo wünsche ich mir etwas, dass andere haben?
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Wie verändert sich mein Körpergefühl, wenn ich mir erlaube, offen und großzügig zu sein?
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Was bedeutet für mich Fülle oder Verbundenheit?
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Was könnte ich heute bewusst teilen?

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