Angst & Mut

Angst - wie geht es dir mit diesem Wort?  Was fällt Dir zuallererst ein?

 

Als Kind habe ich mich davor gefürchtet, dass etwas unter meinem Bett ist - in der Dunkelheit fürchtete ich mich vor Monstern oder gruseligen Wesen.  Wenn ich daran zurück decke, frage ich mich, wie es zu dieser Angst kam - Märchenbücher? Auf jeden Fall muss ich einmal von solchen Geschöpfen erfahren haben, damit meine Geist sich hier Ungeheuer vorstellen konnte. Und wenn ich so ängstlich war, machte ich mich ganz klein, rollte mich zusammen und hörte mein Herz klopfen. Was mir half, war vor dem ins Bett gehen, mutig einen Blick unter das Bett zu werfen. Hui, das war schon Überwindung - doch dann wusste ich, alles ist in Ordnung und ich konnte mich lang machen, einkuscheln und schlafen.

 

Eigentlich ist jetzt gar nicht mal so anders - ok, abends schaue ich nicht mehr unter mein Bett, doch das Gefühl der Angst kenne ich natürlich noch. Ich höre und sehe Schlimmes und stelle mir vor, wie es meinen Lieben, mir und der ganzen Welt gehen könnte. Dann zieht sich alles in mir zusammen und die "Monster" meiner Vorstellungen, lehren mich das fürchten. Und wenn mein Geist immer stärker wird und meine Gefühle von ihm beeinflusst werden, muss ich einen Weg finden, um sozusagen "unter das Bett" zu schauen. 

 

Wenn ich spüre, dass mein Körper sich verspannt anfühlt ist es höchste Zeit einmal zu beobachten woher das kommt - ist es "nur" weil ich zu viel still gesessen habe und auf meinen Bildschirm gestarrt habe, oder ist da etwas anderes los. Beobachten ist wieder  Schritt eins. Dann muss ich akzeptieren, dass es so ist. Ich habe Angst und muss herausfinden, wer oder was der Auslöser ist. Sind es die Dinge die auf mich einprasseln, vor denen ich mich schützen sollte? Ist es die Angst etwas falsch zu machen, weil ich doch immer perfekt sein muss? Ist es die Angst nicht gemocht zu werden, weil man sich so sehr nach Anerkennung sehnt. Wenn ich das herausgefunden habe, bin ich ein großes Stück vorankommen und kann gucken, wie ich mit diesen "Ungeheuern" umgehe. 

 

Ein sehr großer Vorteil, den wir Yogis haben, ist, dass wir uns aus dieser Enge im Körper, die die Angst verursacht, befreien können. Wir sorgen für Weite und Raum, breiten uns aus und mein Eindruck ist, dass wir dadurch das ein oder anderen Monster in die Flucht schlagen. Zum Glück gehen Geist und Körper immer zusammen. Zum einen um uns zeigen, dass in uns etwas nicht stimmt und wir es körperlich spüren können und zum anderen, wenn wir unseren Körper entspannen und "gross" machen, auch unser Inneres sich entspannen kann.

 

Unterstützen werden uns verschiedene ätherische Öle. Fenchel, kann uns helfen zu erkennen, dass das Leben nicht zu viel für uns ist, sonder wir in der Lage sind, alles aufzuspüren, was uns ängstlich macht und es kann uns zeigen kann, dass wir in der Lage sind, "unter das Bett" zu schauen. Die Verbindung und das Spüren unseren Körpers wird gefördert. 

 

Wacholderbeere kann uns ermuntern, die Angst anzuschauen, anstatt sich vor ihr zu verstecken. Es kann den Mut unterstützen, den wir brauchen und kann uns zeigen, dass immer auch Licht da ist, auch wenn wir das Gefühl von Dunkelheit haben.

 

Tangerine kann uns einen Schubs in die Leichtigkeit und Freude geben, uns aus der Steifheit und Anspannung lösen.

 

Ich ermuntere Dich, falls Du noch nie auf der Matte warst, mutig über unsere Schwelle zu treten, dich groß zu machen und alle Gespenster zu verscheuchen.  Freue mich!