Haben wirklich immer die anderen schuld?

Gestern las ich wieder irgendwo: "Immer auf die Kleinen!" oder viel hört man auch: "Diese Politiker, die machen doch was sie wollen!" oder "Diese dicken Bonzen, die nutzen mich nur aus!"

 

Das klingt für mich sehr nach Opfer. Ich fühle mich machtlos und kann nichts tun, weil alle anderen entweder schlecht, böse, geldgierig oder rücksichtslos sind.

 

Wie praktisch, da kann ich nörgeln, meckern und schlau schnacken und keiner kann mir etwas anhaben, denn ich kann ja nichts dafür.

 

Im Yoga gibt es den Begriff "Viveka". Viveka bedeutet so viel wie Unterscheidungskraft - ein scharfes Messer, dass trennt zwischen Wirklichkeit und Illusion. 

 

Wie wunderbar - üben wir uns darin genau hinzuschauen - warum habe ich das Gefühl klein zu sein, warum greife ich nicht ein, wenn ich das Gefühl habe die Politiker handeln nicht in meinem Interesse - weshalb lasse ich mich angeblich ausnutzen?

 

Und wenn Viveka ganz exakt unterscheidet und meine Illusionen abschneidet, stelle ich fest, dass ich handeln muss, um etwas zu ändern. Dass nörgeln, meckern und schlau schnacken niemanden etwas nutzt.

 

Zugegeben das ist unbequem und verlangt mir einiges ab. Wenn das zu viel sein sollte, wäre es dann nicht vielleicht angebracht  Respekt für die Leistungen Anderer entfalten? Mein Neid hat dann keinen Platz mehr, denn ich habe mich ja für den einfachen Weg entschieden und Schritt für Schritt zeigt Viveka mir auf, dass ich nicht Opfer bin, sondern es meine Entscheidung ist den einen oder den anderen Weg zu gehen.

 

So kann ich mein Leben wieder schätzen und den wahren Wert erkennen. Ich kann dankbar gegenüber dem sein was ist, meine Talente einsetzen, Verantwortung übernehmen und so zu mehr Freude und Leichtigkeit kommen. Neid und Missgunst dürfen gehen und Anerkennung, Verständnis und Würdigung können kommen.

 

Lasst uns Viveka schwingen und erkennen, was uns nörgeln lässt, um dann ganz klar Position zu beziehen.

 

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