nimm deine beste freundin mit

stell dir vor du gehst mit einer freundin in eine yogastunde. ihr beide legt eure matten nebeneinander und nach dem die klasse gestartet ist, spürst du, dass sie immer wieder zu dir blickt und ab und zu eine augenbraue hochzieht und dich anschaut, als seist du die schlechteste yogini, die sie je gesehen hat.

 

du hast den eindruck, dass sie immer genau hersieht, wenn deine haltung ein bisschen wackelig ist und du das bein nicht bis zum himmel hebst. nach der stunde zählt sie dir haarklein auf, was du alles falsch gemacht hast und woran du dringend arbeiten musst. wie würdest du dich fühlen?

 

doch tatsächlich ist dieses verhalten gar nicht so ungewöhnlich. diese angeblich beste freundin, scheint ein teil von dir zu sein.

 

immer wieder höre ich nach der yogaklasse sätze wie zb diesen hier: "echt frustrierend, dass der drehstitz immer noch nicht perfekt klappt."  das macht mich wirklich traurig und ich frage mich, wie kann ich es besser formulieren, dass es in der yogapraxis nicht auf das ergebnis angekommt. was kann ich sagen, damit du mit dir im einklang bist? was hilft zu erkennen, das wir alle auf unserem weg sind und es keine rolle spielt, wie etwas aussieht oder angeblich sein sollte?

 

ich möchte, dass du aus der klasse gehst und glücklich bist. du hast geübt, dich gespürt und alles gegeben um deinen körper zu hegen, deinen geist etwas stiller werden zu lassen, loszulassen was dich klein macht, dich einengt und verhindert dein ganzen potential wahrzunehmen - wie wunderbar wäre es, wenn du zufrieden bist, weil du weisst, das du nie am ende deiner praxis sein wirst, es geht immer noch ein stückchen weiter und es somit vollkommen gleichgültig ist an welchem punkt du gerade bist.

 

wäre es nicht großartig, wenn deine freundin neben dir auf der matte mit genau dieser einstellung üben würde und ihr nach der stunde arm in arm aus dem studio schlendert und euch einfach nur über die gemeinsame zeit auf der matte freut?

 

das würde mich wirklich glücklich machen - aber was noch viel wichtiger ist, dich sicher auch!